Das weibliche Hormonsystem
Hormone sind Informationsüberträger, die von bestimmten Drüsen gebildet werden und über den Blutweg zu den Körperstellen gelangen, an denen sie ihre biologische Wirkung entfalten.
Es gibt Stoffwechselhormone (z.B. Insulin der Bauchspeicheldrüse) und Geschlechtshormone (z.B. Östrogene, Gestagene). Die Bildung der Geschlechtshormone beginnt in der Pubertät und dauert bis zum Ende der Geschlechtsreife: den Wechseljahren (Klimakterium). Geschlechtshormone sind für die Fortpflanzung des Menschen unerläßlich, da ohne sie keine Bildung der befruchtungsfähigen Ei- bzw. Samenzellen stattfindet.
Es gibt zwei wichtige Hormongruppen der Frau: Zum einen die Östrogene (Östradiol, Östron und Östriol): Sie werden in den Eierstöcken gebildet und haben unterschiedliche Wirkungen. Sie fördern die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle, deren Transport und Einnistung in die Gebärmutter. Sie fördern die Knochenstabilität, rufen aber auch unerwünschte Wassereinlagerungen im Gewebe hervor. Zum anderen gibt es die Gestagene (z.B. Progesteron): Gestagene werden vom sogenannten Gelbkörper gebildet und sind wichtig zum Schutz einer eingetretenen Schwangerschaft. Der Gelbkörper entsteht nach dem Eisprung im Eierstock (Ovar).
Beide Hormongruppen sind stets im Körper vorhanden, aber in unterschiedlichen Mengen. In der ersten Zyklushälfte, etwa bis zum 15. Zyklustag, regiert das Östrogen. In der zweiten Zyklushälfte braucht die Frau vor allem Gestagen. Oberste "Kommandozentrale" für diese Abläufe ist das Zwischenhirn (Hypothalamus). Es steuert die Bildung von Östrogen und Gestagen in den Eierstöcken über im Blut kreisende Botenstoffe, die die Befehle vom Zwischenhirn an die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und von dort zu den Eierstöcken leiten.
Von der Hypophyse werden zwei Hormone gebildet, die auf den Eierstock wirken: das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH). Ein ausgewogenes Zusammenspiel dieser beiden Hormone fördert die Follikelreifung, wobei das FSH insbesondere die Östrogenproduktion anregt. Bei entsprechender Größe des sprungreifen Follikels kommt es durch einen kurzfristigen und steilen Anstieg des LH zum Eisprung. Im Eierstock entsteht dann eine Art Narbe, die wegen ihrer gelblichen Farbe "Gelbkörper" genannt wird. Dieser Gelbkörper produziert - auf Befehl des Zwischenhirns (Hypothalamus) - das Gelbkörperhormon Progesteron.
Dieses Hormon sorgt für eine ausreichende Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut, so daß sich ein befruchtetes Ei in der Gebärmutter einnisten und somit die Schwangerschaft aufrechterhalten werden kann. Hat keine Befruchtung stattgefunden, bildet sich der Gelbkörper zurück, die Hormonproduktion nimmt ab, die Gebärmutterschleimhaut wird nicht mehr ausreichend durchblutet und letztendlich abgestoßen: die Regelblutung setzt ein.
