Gebrüder Madaus

Gründer und Wegbereiter der Firma Madaus

Am 1. Juni 1919 wurde in Bonn die Firma Dr. Madaus & Co aus der Taufe gehoben. Die Gründer waren die drei Söhne der Magdalene Madaus: Friedemund, Hans und Dr. Gerhard Madaus. In der Anfangsphase produzierten sie vor allem die noch von ihrer Mutter entwickelten Komplexmittel, für die Dr. Gerhard Madaus den Namen "Oligoplexe Madaus" eintragen ließ.
 
Ihre Vision von einer Arzneimittelfirma ging von Anfang an schon wesentlich weiter. Ihr Programm hieß: Herstellung hochwertiger Arzneimittel aus Frischpflanzen und Mineralien, Nachprüfung und Anerkennung der in der Volksmedizin beliebten und bewährten Heilmittel. Insbesondere lag ihnen am Herzen, Arzneimittel mit einwandfreien - und auch von der sog. Schulmedizin anerkannten - Wirksamkeitsnachweisen anzubieten.

Die Firma Dr. Madaus & Co. wuchs so rasch, daß sie schon 1921 Bonn verlassen mußte. Sie suchte eine größere Bleibe im Landesinneren, weil die Besatzungsmächte am Rhein eine Zollgrenze errichteten. Dr. Gerhard Madaus fand dafür in Radeburg bei Dresden das richtige Domizil. Berühmt wurde das Telegramm an seine Brüder: "Firma gekauft, packt alles ein."

In diesem Stil ging die Entwicklung weiter. Niederlassungen entstanden in Stuttgart, Berlin, Amsterdam, Dudweiler und Warschau praktisch im Jahresrhythmus. In Radeburg und Radebeul wurden chemische und biologische Laboratorien und ein Heilpflanzenanbau mit eigenen Kulturen eingerichtet. Damit wurde Madaus weitgehend unabhängig vom Heilpflanzeneinkauf und kam bei der Standardisierung der Wirkstoffgehalte einen wesentlichen Schritt vorwärts.
 
Bis 1938 hatte sich Dr. Madaus & Co. zu einer der größten Fabriken der biologischen Heilrichtung in Deutschland entwickelt und lieferte seine Arzneimittel praktisch in alle Länder der Erde. Nach dem Tod von Dr. Gerhard Madaus, der 1942 an den Folgen einer schweren Erkrankung verstarb, führten Friedemund und Hans Madaus das Unternehmen zusammen mit fähigen Mitarbeitern allein weiter.
 
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, nach Demontage und Enteignung in Sachsen begann in Köln-Merheim auf dem schwer beschädigten Gelände eines ehemaligen Militärflughafens der Neuanfang. Hier wurden die ausgelagerten Rohstoffe und Fertigungsanlagen aus den Niederlassungen und den Notproduktionen zusammengezogen. Arzneipflanzenanbau, Wirkstoffextraktion und Arzneimittelwerk entstanden völlig neu und auf dem modernsten Stand damaliger Technik.