Mariendistel

Die Mariendistel

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist in Südeuropa, Kleinasien und Nordafrika zu Hause. In Mitteleuropa wird sie in Gärten und Kulturen angebaut.

Sie wächst bevorzugt an warmen, trockenen Plätzen und wird bis zu 150 Zentimeter hoch.

Die Blätter der Mariendistel sind stachelig und zeigen in den Blattadern eine typische, weiße Marmorierung. Ab Juli erscheinen die violetten, kugelförmigen Blüten, aus denen sich ab August die Früchte mit den Samen entwickeln. An den Früchten hängt zunächst noch eine seidige Haarkrone, ähnlich wie bei Pusteblumen. Diese wird bald von den Früchten abgeworfen.

Für Mariendisteltee verwendet man nur die Samen mit ihrer glänzenden, harten Schale.

Medizinische Bedeutung

Standardisierte Extrakte der Mariendistelfrüchte werden bei verschiedenen Erkrankungen der Leber angewandt. Dort bewirken die Silymarin-Inhaltsstoffe des Samens neben ihrer antioxidativen Wirkung eine deutliche Steigerung der Eiweißsynthese, was die Funktionfähigkeit dieses wichtigen Organs verbessert. Einzelne Inhaltsstoffe konnten chemisch so modifiziert werden, dass sie heute bei der Behandlung von Knollenblätterpilz-Vergiftungen unverzichtbar sind.

Aktuell: Mariendistel rettet Mähnenrobben

Im Heidelberger Zoo wurden zehn Mähnenrobben prophylaktisch mit Legalon®, einem Lebermedikament von MADAUS mit dem Wirkstoff der Mariendistel, behandelt.

Hintergrund: Erst im April 2007 mussten im Tierpark Emmen (Niederlande) alle Mähnenrobben sicherheitshalber eingeschläfert werden, weil sie an TBC erkrankt waren. Die Behandlung mit Tuberkulostatika schädigten die Lebern der Tiere so stark, dass sie eingeschläfert werden mussten. Zum Glück bleibt dieses Schicksal den Mähnenrobben in Heidelberg erspart.

Üblicherweise werden mit Legalon® keine Robben, sondern Menschen mit chronischen Lebererkrankungen behandelt. Entsprechend überrascht war man bei MADAUS, als ein Hilferuf des Heidelberger Zoos eintraf. Bei MADAUS erinnerte man sich an eine alte Studie, in der ein leberkranker Brauerei-Esel (!) erfolgreich mit Legalon® behandelt worden war. So wagte man den ungewöhnlichen Therapieversuch.

Eine Behandlung mit Tuberkulosemedikamenten kann - ähnlich wie bei Menschen - auch bei Mähnenrobben zu Leberschäden führen. Die zuständige Tierärztin im Heidelberger Zoo, Kerstin Jurczynski, hat sich für die unterstützende Behandlung mit Legalon® entschlossen, weil sie hoffte, dass auch die Robben von der Leberschutzfunktion profitieren würden. Im Laufe der Behandlung konnten keine Erreger mehr festgestellt werden – die Robben sind gesund. Und ihre Leberwerte sind gut. Gerettet! Das ist bislang einmalig, deshalb wird dieser Behandlungsversuch auch streng überwacht und entsprechend dokumentiert.

MADAUS - als renommierter Hersteller von Naturarzneimitteln - hat natürlich im Rahmen der Möglichkeiten den Heidelberger Zoo unterstützt. Die Leberwerte der Mähnenrobben zeigen keine Auffälligkeiten und wir hoffen alle, dass es so bleibt.

Die Behandlung und deren Kontrolle sind teuer und langwierig. Wenn auch Sie den beliebten Mähnenrobben im Heidelberger Zoo helfen möchten, jede Spende ist herzlich willkommen! Überweisungen bitte auf das Konto der Sparkasse Heidelberg, Bankleitzahl: 672 500 20 Kontonummer: 15911 Stichwort: Mähnenrobben-Spende