Myrte
Die Myrte - zierlich, aber eigensinnig
Die Myrte ist ein hübsches, zierliches Gewächs mit zarten, weißen, duftenden Blüten. Nicht nur die Blüten duften, sondern auch die glänzenden, dunkelgrünen Blättchen.
Myrten sind eine Freude für jeden Gärtner. Allerdings nur, so lange er sich intensiv um sie kümmert. Jeden Pflegefehler, jedes Vergessenwerden nimmt die Myrte sehr übel. In guten Händen aber wächst sie im Laufe der Jahre zum meterhohen Busch heran.
Ähnlich wie Bux kann man die Myrte regelmäßig kräftig beschneiden. Sie wird dadurch dichter, mag aber nicht mehr blühen. Ältere Pflanzen bekommen nach der Blüte kleine bläulichschwarze Beeren.
Medizinische Bedeutung
Schon im Mittelalter wurde die Myrte als Heilpflanze verwendet, zum Beispiel bei Katarrhen der Atemwege. Myrtenzweige wurden in großen Bündeln auf den Marktplätzen verkauft.
Inzwischen ist wissenschaftlich belegt, dass das in der Myrte enthaltene Myrtol bei Erkältungen für den schnellen Abtransport des infizierten Schleims sorgt und durch seine antientzündlichen und antioxidativen Eigenschaften den Heilungsprozess beschleunigt.
Äußerlich kann Myrte gegen entzündliche Hautleiden eingesetzt werden.
Die Myrte als Modepflanze
Im 17. und 18. Jahrhundert war die Myrte groß in Mode. In England gab es kaum eine Lady, die kein Myrtenbäumchen besaß. Später, als die Zentralheizung aufkam, und die Raumluft wärmer und trockener wurde, verschwand das hübsche Bäumchen mehr und mehr, denn diese Bedingungen verträgt die empfindliche Myrte absolut nicht.
Andere Pflanzen kamen mit dem neuen Klima besser zurecht und trugen so zur weiteren Verdrängung der Myrte als Zimmerpflanze bei. Erst mit der Wiederentdeckung der kühleren Wintergärten kam sie hier und da wieder ins Haus zurück.




