PMS
Prämenstruelles Syndrom - was ist das eigentlich?
Der innere Spannungszustand während der prämenstruellen Phase läßt sich bereits in medizinischen Lehrbüchern des 17. Jahrhunderts als obskure Fußnote finden. Das Syndrom als solches machte erst 1981 Schlagzeilen, als in den Prozessen gegen zwei Frauen, die schwerer Verbrechen angeklagt waren, auf mildernde Umstände plädiert wurde, da die Beschuldigten an einem prämenstruellen Syndrom litten.
PMS lässt sich als eine Vielzahl körperlicher und seelischer Veränderungen definieren, die zwei bis vierzehn Tage vor der Menstruation beginnen und unmittelbar mit dem Einsetzen der Periode verschwinden. Dies macht deutlich, daß die Beschwerden des PMS einem ganz anderen Komplex zuzuordnen sind als die eigentliche Menstruation - wie der Begriff 'prä(vor)menstruell' schon besagt. Typische Schmerzen der Regelblutung bezeichnet man als funktionelle Dysmenorrhoe (schmerzhafte Menstruation). Wirkliche Periodenschmerzen unterscheiden sich ganz deutlich vom PMS, das eine Reihe körperlicher und seelischer Symptome aufweist, die schlagartig aufhören, wenn die Blutung beginnt. Ein Unterscheidungsmerkmal besteht z.B. darin, daß schmerzhafte Blutungen mit zunehmendem Alter meist erträglicher werden, das PMS sich hingegen mit zunehmendem Alter eher verschlimmert.
Durch das Symptom der 'inneren Spannung' wird das gesamte Syndrom bisweilen auch als prämenstrueller Spannungszustand bezeichnet. Tatsächlich ist dieser Begriff sehr ungenau, da er nur ein Merkmal aus einer Reihe von Symptomen aufgreift und darüber hinausgehende Symptome wie Depressionen und zahlreiche körperliche Beschwerden nicht erfaßt. Dem PMS lassen sich etwa 100 Symptome zuordnen.
Körperliche Symptome:
Frauen, die an prämenstruellen Symptomen leiden, klagen z.B. über körperliche Beschwerden wie: Anschwellen des Leibes, der Knöchel und Finger (Wassereinlagerungen); Aufgeblähtheit; Völlegefühl; Gewichtszunahme; schwere, geschwollene, schmerzhafte Brüste; Kopfschmerzen/Migräne; Akne; Unterleibsbeschwerden; Schwächegefühl; Hitzewallungen; Übelkeit; Herzklopfen; Müdigkeit/Schlappheit etc.
Seelische Symptome:
Zu den geistigen und seelischen Symptomen zählen z.B.: innere Spannungen; Gereiztheit; Depressionen; Lustlosigkeit; Nervosität; Schlaflosigkeit/innere Unruhe; Stimmungsschwankungen; Gefühl der Einsamkeit; geringe Selbsteinschätzung; Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche; Aggressivität; extreme Eßlust etc.
Da das Leben in unserer heutigen Gesellschaft zunehmend schwieriger wird - und die permanenten Reizüberflutungen im Alltag die prämenstruellen Beschwerden verschlimmern -, werden Frauen in der westlichen Zivilisation immer häufiger mit dem prämenstruellen Syndrom konfrontiert.
Angaben über die Häufigkeit des prämenstruellen Syndroms schwanken beträchtlich, da der Grad der Beschwerden von den betroffenen Frauen verschieden bewertet wird (störend bis hin zu einer deutlichen Beeinträchtigung). Im Durchschnitt sind 30 bis 40 Prozent aller Frauen vom PMS betroffen. Bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr scheint das Beschwerdebild häufiger aufzutreten als bei jüngeren Frauen. Bei ca. fünf Prozent der Frauen sind die Beschwerden sehr stark ausgeprägt.
Aufgrund der hormonellen Veränderungen, die in der ganzen prämenstruellen Phase stattfinden, werden die prämenstruellen Symptome meist dem hormonellen Ungleichgewicht zugeschrieben. Häufig liegt die Ursache beim PMS in einem gestörten Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron, das so aus dem Gleichgewicht geraten kann, daß z.B. der Progesteronspiegel zu niedrig ist.