Weihrauch
Weihrauch - der Duft für die Götter
Das echte Weihrauchharz (Olibanum) wird vom Weihrauch-Baum gewonnen.
Das Weihrauch-Harz ist ein körniges getrocknetes Harz, das schon bei den Ägyptern für kultische Zwecke, bei der Mumifizierung und im Alltag als aromatisches, desinfizierendes und entzündungshemmendes Räucher- und Heilmittel bekannt war.
Es entwickelt beim Räuchern einen aromatischen Duft und wird in verschiedenen Religionen (unter anderen der katholischen und orthodoxen) seit Mitte des ersten Jahrtausends bis heute bei Kulthandlungen angewandt.
Weihrauchernte
Ende März beginnt die Weihrauchernte, die mehrere Monate dauert. Dabei werden die Bäume an Stamm und Ästen eingeschnitten, so dass Harz austritt.
Zuerst tritt nur minderwertiges Harz aus, das früher weggeworfen wurde, heute allerdings vermarktet wird. Erst drei Wochen nach dem Schnitt wird eine annehmbare Qualität geerntet, die mit der Zeit immer besser und reiner wird.
Die Harzausbeute pro Baum liegt zwischen 3 bis 10 kg Harz. Nach mehreren jährlichen Ernten braucht der Baum eine mehrjährige Ruhepause.
Medizinische Bedeutung
Bereits 1500 v.Chr. beschrieben Priester die segensreiche Wirkung des Weihrauchs bei der Behandlung von Wunden und Hautausschlägen.
Römische Ärzte empfahlen Weihrauch zur Behandlung von Wunden und zur Stillung von Blutungen.
Im 16. Jahrhundert galt Weihrauch in England als Mittel gegen Magengeschwüre und Blutergüsse.
Indische Ärzte behandelten mit Weihrauch Rheumatismus, Chinesische Ärzte Hautkrankheiten, sogar Lepra.
In der indischen Naturheilkunde Ayurveda wird Weihrauch schon seit 5000 Jahren eingesetzt. Das Trockenextrakt des Harzes wird Ölen, Pflastern und Pulvern beimengt. In alten medizinischen Schriften wird die Heilkraft bei rheumatischen Erkrankungen, chronischer Bronchitis, Asthma, bei Darmentzündungen und Hautkrankheiten beschrieben.
In neuesten Forschungen wird die Wirkung von Weihrauch bei Morbus-Crohn-Patienten getestet und auch Neurochirurgen wurden auf die Substanz aufmerksam.
Weihrauch ist ein komplexes Gemisch aus mehr als 80 chemischen Verbindungen. Unter ihnen findet sich eine Substanz, die außergewöhnlich gut gegen chronische Entzündungen aller Art wirkt: die Boswelliasäure. Sie blockiert gezielt die Leukotriensynthese. Die Leukotriene sind mitverantwortlich für die entzündlichen Prozesse im Körper, sei es bei der Bronchitis für die Entzündung der Bronchien oder die Entzündung der Gelenke beim Rheuma. Unter Einfluss der Boswelliasäure gehen die Entzündungen zurück.


