PMS: Ursachen
Wenn Sie an einem prämenstruellen Syndrom leiden, mag Ihnen die Entscheidung, welche Symptome Sie am stärksten belasten, die körperlichen oder die seelischen, schwerfallen. Häufig empfinden Frauen die psychischen Veränderungen wie innere Spannungen und unbeherrschbare Gereiztheit am schlimmsten, da diese Symptome viele Aspekte des Lebens beeinträchtigen und Erschwernisse im Beruf sowie in familiären Beziehungen mit sich bringen. Nachfolgend haben wir einige der am häufigsten auftretenden körperlichen und seelischen Symptome des prämenstruellen Syndroms und deren Ursachen aufgeführt.
Körperliche Symptome
Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind ein sehr häufiges Merkmal des prämenstruellen Syndroms. Der Kopfschmerz an sich kann äußerst viele verschiedene Formen und Ursachen haben. Beim prämenstruellen Kopfschmerz treten meist zwei charakteristische Formen auf, die gut erkennbar und behandelbar sind. Die erste Form betrifft meist den Gesichtsbereich stärker als den übrigen Bereich des Kopfes. Es ist ein anhaltender, oft sehr heftiger Schmerz, der sich über Scheitel, Stirn, Wangenknochen, Augen (mitunter auch über den Oberkieferbereich) ausbreitet.
Die Ursache des Schmerzes liegt meist in einer verstärkten Flüssigkeitsansammlung im Gewebe und beruht darauf, daß die Nebenhöhlen durch angeschwollene Zellen blockiert sind. Die Luftpassage der Nasenkanäle wird ebenfalls blockiert, so daß zu den Kopfschmerzen oft noch eine verstopfte Nase und Atmungsprobleme hinzukommen können.
Bei der zweiten Form von Kopfschmerzen handelt es sich um den prämenstruellen Spannungskopfschmerz. Der typische Spannungskopfschmerz äußert sich häufig als ein pochender Schmerz in der Stirn. Beim Spannungskopfschmerz werden - wie auch bei Migräneanfällen - die Schmerzen dadurch verursacht, daß die zum Gehirn führenden Blutgefäße sich abwechselnd heftig verkrampfen und erschlaffen.
Eine weitere Ursache von Kopfschmerzen liegt in der hormonellen Verschiebung, die kurz vor der Periode auftritt. Zum Zeitpunkt der Periode ist der Östrogenspiegel extrem niedrig. Nach Beendigung der monatlichen Regel beginnt der weibliche Organismus wieder Östrogen zu produzieren; der Östrogenspiegel steigt bis zum Eisprung, fällt dann allmählich und hat kurz vor der Periode seinen niedrigsten Stand erreicht, wodurch die Kopfschmerzen hervorgerufen werden können.
Schmerzhafte Brüste
Ein weiteres häufiges Zeichen des PMS ist eine Größenzunahme der Brüste. Das Ausmaß der dabei entstehenden Beschwerden reicht von einer Überempfindlichkeit der Brüste bis zur akuten Schmerzhaftigkeit. Auch hier liegt die Ursache meist bei einer erhöhten Flüssigkeitsansammlung im Gewebe. Das Brustgewebe bietet dem Körper eine bevorzugte Stelle zur Wasseransammlung.
Diese wirkt sich z.B. durch den Büstenhalter - der jetzt viel strammer sitzt als gewöhnlich - und die in der prämenstruellen Phase erhöhte Empfindlichkeit der Brüste besonders unangenehm aus.
Für die akute Schmerzhaftigkeit der Brüste gibt es zwei Gründe. Der erste Grund liegt wie bereits erwähnt in dem Druck, der durch das Zuviel an Flüssigkeit im Gewebe erzeugt wird. Der zweite Grund ist die Tatsache, daß zu dieser Zeit die Durchblutung der Brüste zunimmt und die stärkere Blutzufuhr in der Haut sowie in den tiefer liegenden Geweben eine größere Empfindlichkeit hervorruft. Halten wir also fest, Schmerzen und Schwellungen der Brüste, die regelmäßig ca. eine Woche vor der Periode auftreten und mit dem Einsetzen der Blutung aufhören, lassen sich meist dem prämenstruellen Syndrom zuordnen. Sollten die Schmerzen jedoch extreme Ausmaße annehmen, versäumen Sie bitte nicht, Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin aufzusuchen, um eine genaue Ursache der Schmerzen diagnostizieren zu lassen.
Gewichtszunahme
Bei vielen Frauen tritt wenige Tage vor der Periode eine Gewichtszunahme von ein paar Pfund ein. Die Ursache läßt sich auch hier meist in der erhöhten Wasseransammlung innerhalb des Gewebes finden. Wenn Sie sehr stark unter prämenstruellen Beschwerden leiden, können Sie bis zu drei Kilo zunehmen. Viele Frauen fühlen sich wieder wohler, sobald die Periode vorbei ist. Das Gewicht normalisiert sich wieder, die Flüssigkeitsansammlung tritt zurück, die absonderlichen Eßgelüste und die innerliche Angespanntheit verschwinden.
Die nächsten zwei Wochen hält man sich gewissenhaft an seine Diät, verliert wieder ein paar Pfunde und ca. eine Woche vor Beginn der Periode fängt alles wieder von vorne an (Wasseransammlung, Eßgelüste etc.). Neben der abgebrochenen Diät und der unerwünschten Gewichtszunahme durch die vermehrte Wassereinlagerung im Gewebe kommt es
häufig vor, daß weniger Urin als gewöhnlich produziert wird. Dadurch resultiert ferner das unangenehme Gefühl der
Aufgeblähtheit.
Die wenigsten Frauen sehen tatsächlich so aufgequollen aus wie sie meinen, auch wenn die Knöchel und Füße leichter anschwellen und Uhrarmbänder und Ringe jetzt enger sitzen. Schmerzhaft wird es allerdings, wenn sich die
Flüssigkeitsansammlung auf Gewebe erstreckt, die nicht sehr dehnbar sind. Sammelt sich z.B. Flüssigkeit im Gewebe der
Augäpfel, können die Augen sehr wehtun, was wiederum zu Kopfschmerzen führt. In bezug auf die absonderlichen Eßgelüste, die in der prämenstruellen Phase extrem ausgeprägt sein können, hat die Begierde mancher Frauen nach süßen, stärkehaltigen Genüssen vor der Periode oft folgende Gründe: Die prämenstruellen Veränderungen im Organismus können ein Absinken des Blutzuckerspiegels bewirken. Sobald dieses geschieht, registriert unser Nervensystem diese Tatsache und meldet die Nachricht - daß wir schnell eine größere Zuckerzufuhr benötigen - dem Gehirn.
Hautprobleme
Bei den meisten Frauen, die an einem PMS leiden, gehören Hautprobleme zu den leichteren Symptomen. In der Woche vor der Periode haben viele Frauen durch die hormonellen Veränderungen in ihrem Körper eine verstärkte Neigung zur Akne, und im allgemeinen zeigt die Haut Pickel und zahlreiche Mitesser. Des weiteren wurde eine verstärkte Allergiebereitschaft in dieser Phase nachgewiesen. Gewöhnlich sind die Hautunreinheiten rasch verschwunden, sobald die Periode eingesetzt hat; das Unerfreulichste an Hautproblemen ist ihr nachteiliger Einfluß auf die seelische Verfassung vieler Frauen. Es ist ja schon schlimm genug, daß man gereizt und depressiv ist, sich aufgedunsen fühlt, aber durch die Hautprobleme wird dies auch noch nach außen hin sichtbar.
Muskel- und Gelenkschmerzen
Beschwerden im Bereich der Muskulatur und der Gelenke haben zwei Ursachen: Zum einen ist der erhöhte Druck in den Geweben durch die mehrfach erwähnte Flüssigkeitsansammlung dafür verantwortlich, da dadurch ein Druck auf die Nervenenden ausgeübt wird, was Schmerzen erzeugt. Zum anderen können die Schmerzen durch den erhöhten Spannungszustand der Muskelfasern selbst entstehen. Wenn Sie beispielsweise Kopfschmerzen haben, mißgestimmt sind und fast zerspringen könnten, können Sie sich kaum entspannen, sondern halten Ihre Muskeln unbewußt in einem Zustand höchster Spannung. Wird der Muskel längere Zeit in einem erhöhten Spannungszustand gehalten, bricht seine Eigendurchblutung zusammen, und Stoffwechselprodukte (Metaboliten) sammeln sich im Muskelgewebe an. Der Muskel erhält infolge der Minderdurchblutung zu wenig Sauerstoff, und die Anwesenheit der unerwünschten Stoffwechselprodukte führt zu Muskelschmerzen. Nur wenn die Blutversorgung ausreichend ist, können Nährstoffe zu den Muskelfasern hin- und Stoffwechselprodukte wegtransportiert werden.
Seelische Symptome
Innere Spannungen
Innere Spannungen erzeugen nicht nur eine Reihe von körperlichen Symptomen, sondern auch eine Reihe von seelischen Problemen. Seelischer Druck kann Verspannungen der Muskulatur sowie Glieder- und Gelenkschmerzen bewirken. Der erhöhte Spannungszustand der Muskeln ist mit einer erhöhten Adrenalinausschüttung aus den Nebennieren verbunden. Ein erhöhter Adrenalinspiegel ist ebenfalls für das Herzjagen, den unangenehm trockenen Mund und eine flache, beschleunigte Atmung verantwortlich.
Gereiztheit
Gereiztheit - als Ausdruck der inneren Spannungen - bringt häufig familiären Zwist mit sich und führt manchmal auch zu
körperlicher Gewalt. Extreme Launenhaftigkeit und plötzliche Wutausbrüche sind häufige Symptome in der prämenstruellen Phase.
Depressionen
Ein weiteres häufiges Merkmal des prämenstruellen Syndroms ist die Depression, die sich in ihrer Ausprägung von monatlicher melancholischer Verstimmung bis hin zu schwerer, verzweifelter Not bewegen kann. Eine Eigenschaft der prämenstruellen Depression ist die Plötzlichkeit, mit der sie eine normalerweise ausgeglichene und glückliche Frau heimsuchen kann.
Prozentual gesehen sind Frauen doppelt so oft von Depressionen betroffen wie Männer. Das mag an der Besonderheit der weiblichen Seele, an den dauernden hormonellen Umstellungen oder an der so oft vorhandenen Mehrfachbelastung als Hausfrau, Mutter und berufstätige Frau liegen. Neben nervenberuhigenden Therapien müssen ebenfalls Maßnahmen getroffen werden, die die Leistungsfähigkeit des vegetativen Nervensystems und des gesamten Organismus wieder verbessern. Damit wird erreicht, daß die Seele wieder mit einem schützenden Mantel umgeben wird, und das Nervenkostüm den täglichen Belastungen des Lebens standhält.
Tatsächlich sind extreme Stimmungsschwankungen - Wechsel von normaler Fröhlichkeit zu trauriger Verfassung, Weinen und Gereiztheit - typisch für das prämenstruelle Syndrom. Grundsätzlich sollte bei immer wieder auftretenden Depressionen genau verfolgt werden, ob sie prämenstrueller Art sind. Wenn die depressiven Verstimmungen im Gefolge eines prämenstruellen Syndroms regelmäßig vor der Periode auftreten - wobei sich die Stimmung der Frau mit dem Einsetzen der Blutung oder kurz danach normalisiert - dann kann und muß das prämenstruelle Syndrom behandelt werden. Eine Behandlung mit Antidepressiva (Medikamente) ist jedoch hier unangebracht, da Depressionen beim PMS zwangsläufig von begrenzter Dauer sind, und eine Behandlung mit Antidepressiva meistens sieben bis zehn Tage dauert, bis eine spürbare Wirkung eintritt. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin über Ihre depressiven Verstimmungen, damit die Ursache erforscht und Ihnen geholfen werden kann.
Unser Tipp
Kein Arzt wird das prämenstruelle Syndrom einfach aufgrund einer Beschreibung oder Auflistung von Symptomen diagnostizieren können. Wenn beispielsweise eine Frau in seine Sprechstunde kommt und klagt, sie fühle sich angespannt und deprimiert, ihre Brüste seien schmerzhaft und vergrößert, sie leide an Übelkeit und Gewichtszunahme und habe furchtbare Kopfschmerzen, kann der Arzt erst sicher sein, daß es sich um das prämenstruelle Syndrom handelt, wenn feststeht, daß die Symptome jeden Monat regelmäßig wiederkehren.
Um diese Regelmäßigkeit übersichtlich nachvollziehen zu können, schlagen wir Ihnen vor, daß Sie sich dafür ein Formular erstellen, in dem Sie Art und Datum der aufkommenden Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten eintragen. Das Formular hat den Vorteil, daß es zum einen Ihrem Arzt eine genaue Übersicht der immer wiederkehrenden Symptome aufzeigt und ihm somit eine Diagnose erleichtert, zum anderen können Sie selber leicht ersehen, an welchem Tag Ihres Zyklus Sie mit prämenstruellen Beschwerden rechnen können. Das erlaubt Ihnen, nicht nur planvoll an diesen Tagen unnötigen Stress zu vermeiden, sondern bedeutet auch, daß Sie im Vorfeld Therapiemöglichkeiten auf pflanzlicher Basis (z.B. die regelmäßige Einnahme eines pflanzlichen Therapeutikums wie Agnolyt®, welches Ihr hormonelles Gleichgewicht auf natürlichem Wege regelt) nutzen können, die die prämenstruellen Beschwerden lindern bzw. blocken können.